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Numismatische Sammlung der Stiftung Stadtmuseum Berlin


Poststraße 13-14
10178 Berlin

Telefon: +49 (0)30 24002-0
Website: http://www.stadtmuseum.de

Die Numismatische Sammlung der Stiftung Stadtmuseum Berlin gehört zu den ältesten Sammlungsbereichen des am 9. Oktober 1874 gegründeten Märkischen Provinzialmuseums (Märkisches Museum). Ihre Anfänge reichen in die Asservatensammlung des Berliner Magistrats. Durch eine weitsichtige Sammlungskonzeption erhielt die Sammlung ein eigenes Profil, das auch Bodenfunde der Mark Brandenburg einschloss. Berühmtestes Beispiel ist der 1894 gehobene und zwei Jahre später publizierte große Schatzfund von Leissower Mühle aus dem 11. Jahrhundert.

Mit der Schenkung einer Medaillenkollektion aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts begründete der Stadtrat Ernst Friedel 1875 die Medaillensammlung des Museums. Zum ersten Sammlungsleiter und Kustos wurde 1874 Rudolf Buchholz ernannt, der ein eigenes Inventarbuch für die Münz- und Medaillensammlung anlegte und 1890 die erste Gesamtübersicht über den Sammlungsbestand veröffentlichte. Am 31.12.1899 besaß das Museum 3.852 Münzen und 3.431 Medaillen und Siegel. Zu Beginn des 20.Jahrhunderts war so eine repräsentative Sammlung entstanden, die im 1908 eröffneten Museumsneubau von Ludwig Hoffmann (dem heutigen Märkische Museum) im Obergeschoß einen Raum für eine ständige Münzausstellung erhielt.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Museum große Verluste. Die in die Reichsbank ausgelagerten numismatischen Objekte gingen ebenso verloren gegangen wie ein großer Teil der im Museum aufbewahrten Bestände. Mit den verbliebenen Münzen und Medaillen gestaltete das Märkische Museum von 1952 bis 1964 wieder eine ständige Münzausstellung. Mit der Einrichtung eines numismatischen Sammlungsbereiches Ende der 1970er Jahre konnte wieder ein konzeptionsgeleiteter systematischer Aufbau der Münz- und Medaillensammlung erfolgen. Mit der Gründung der Stiftung Stadtmuseum Berlin im Jahre 1995 wurde der numismatische Bestand des 1962 in Westberlin gegründeten Berlin-Museums in die numismatische Sammlung des Märkischen Museums integriert. Sie bestand aus 75 Münzen, 196 Medaillen und 36 Plaketten, die hauptsächlich durch Spenden von Stiftungen oder Privatpersonen und nicht durch eine gezielte Ankaufspolitik erworben worden waren.

Gegenwärtig besteht die numismatische Sammlung der Stiftung Stadtmuseum Berlin aus 10.000 Münzen, 8.000 Medaillen, 120 Siegelstempeln und – abdrücken, 500 Geldscheinen, 500 Marken und Jetons, 1.000 Orden und Ehrenzeichen sowie 500 Siegeltyparen.

Besondere Sammlungskomplexe bilden die Münzen und Medaillen aus dem Turmknaufschatz der Berliner Nikolaikirche mit zahlreichen Seltenheiten sowie die Fundmünzen der Grabungen innerhalb der Kirche. Der Turmknaufschatz ist in einer ständigen Ausstellung in der Nikolaikirche zu sehen.

 

Literatur: . Münzen und Medaillen aus den Sammlungen der Stiftung Stadtmuseum Berlin, Berlin 1997.

 

Kontakt:

Stiftung Stadtmuseum Berlin

Poststraße 13-14, 10178 Berlin

www.stadtmuseum.de

Numismatische Sammlung

Tel.: +49 (0)30 24002-0; die Sammlung ist für wissenschaftliche Recherchen zugänglich. Um schriftliche oder telefonische Anmeldung wird gebeten.

 

Text von Dieter Engelmann. Bis 2013 war Dipl. Hist. Dieter Engelmann Betreuer der Numismatischen Sammlung der Stiftung Stadtmuseum

 

Abb.: Medaille auf den Bau der „Langen Brücke“ in Berlin 1692, Prägestätte Berlin, Dm. 4,9 cm, SSMB Inv.-Nr. IV 91/152 o (gespendet 1695 von Kurfürst Friedrich III. für den Turmknauf der Nikolaikirche).

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