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(25.09.2017) Gert Hatz (1928-2017)


(25.09.2017) Gert Hatz (1928-2017)

Am 5. September verstarb im 90. Lebensjahr in Eutin der langjährige Vorsitzende der Numismatischen Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, Prof. Dr. Gert Hatz.

1961 wurde Gert Hatz als zweiter Vertreter Hamburgs Kommissionsmitglied und übernahm den Posten des Sekretärs. 1974 folgte er Walter Hävernick (1905-1983) als Erster Vorsitzender und übte dieses Amt fast genau 20 Jahre bis 1993 aus. Gleichfalls 1974 übernahm er als Nachfolger von Walter Hävernick die Leitung des Münzkabinetts im Museum für Hamburgische Geschichte, die er bis zu seinem Eintritt in den beruflichen Ruhestand 1993 innehatte. Als Kommissionsvorsitzender, Herausgeber der Hamburger Beiträge zur Numismatik und der Numismatischen Studien führte er das Werk Walter Hävernicks fort und machte Hamburg in der Zeit der deutschen Teilung zu einer Zentrale der numismatischen Forschung auf dem Gebiet Mittelalter / Neuzeit in der alten Bundesrepublik. Die 1954 von Walter Hävernick initiierte Zusammenarbeit mit der Schwedischen Akademie der Wissenschaften und dem Königlichen Münzkabinett Stockholm zur Bearbeitung der deutschen Münzen in den wikingerzeitlichen Münzfunden Schwedens (CNS-Projekt) bildete neben dem ebenfalls auf Hävernick zurückgehenden Ausbau des Katalogs der deutschen Münzfunde des Mittelalters und der Neuzeit den Schwerpunkt der Tätigkeit der Numismatischen Kommission unter seinem Vorsitz. Persönlich war Gert Hatz stark in das seit 1975 in Form des Corpus nummorum saeculorum IX-XI qui in Suecia reperti sunt Publikationsreife annehmenden CNS-Projekt eingebunden. Sein 1974 erschienenes Buch Handel und Verkehr zwischen dem Deutschen Reich und Schweden in der späten Wikingerzeit. Die deutschen Münzen des 10. und 11. Jahrhunderts in Schweden ist ein Meilenstein der deutschen Mittelalternumismatik im 20. Jahrhundert und sein umfangreiches wissenschaftliches Oeuvre hat seinen Schwerpunkt in den deutschen Münzen der ottonischen und salischen Kaiserzeit in den schwedischen Funden. Als letztes großes Werk hat er dazu 2001 die Bearbeitung des für die deutsche Numismatik eminent wichtigen spätwikingerzeitlichen Schatzfundes von Burge vorgelegt (Die deutschen Münzen des Fundes von Burge I, Ksp. Lummelunda, Gotland (tpq 1143). Ein Beitrag zur ostfälischen Münzgeschichte, 2001).



Die Numismatische Kommission dankt dem seit 2005 zurückgezogen in Eutin lebenden, an allen wissenschaftlichen und numismatischen Fragen aber bis zuletzt lebhaft interessierten, persönlich überaus bescheidenen und liebenswürdigen, jeglichem Medienrummel abgeneigten Gelehrten eine ganz auf die Wissenschaft ausgerichtete Periode ihrer Geschichte.



BK



 



Foto: Wolfgang Becker

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